Jubiläum

Die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ feiert 2014 ihr 30-jähriges Bestehen. Das bedeutet 30 Jahre Hilfe für schwangere Frauen in Not. Der Zeitstrahl zeigt die wichtigsten Stationen von der Entstehung über die Weiterentwicklung der Stiftungsarbeit bis heute.

Fahren Sie mit dem Zeiger über die Jahreszahlen und erfahren Sie mehr über die Geschichte der Bundesstiftung.

Ein kurzer Film sowie eine Bildergalerie geben einen Einblick in den Festakt, der am 13. November 2014 im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stattfand.

Dezember 1983
Heiner Geißler

Der damalige Familienminister Heiner Geißler bringt den Gesetz-entwurf zur Errichtung einer Stiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ in den Deutschen Bundestag ein. Deren finanzielle Hilfen sollen von Schwangeren in einer Notlage möglichst unbürokratisch in einer Schwangerschaftsberatungsstelle vor Ort beantragt werden können.

Juli 1984
Gesetzbuch

Inkrafttreten des Gesetzes zur Errichtung einer Stiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“. Die Stiftung unterstützt schwangere Frauen in Notlagen durch ergänzende Hilfen, um ihnen die Entscheidung zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern. Stiftungsrat, Kuratorium und Geschäftsführung bilden die drei Organe der Bundesstiftung.

1984

25 Mio. DM Bundesmittel

werden 1984 für die Hilfen an schwangere Frauen in einer Notlage zur Verfügung gestellt; für die Folgejahre sind je 50 Mio. DM vorgesehen. Die Stiftungsmittel werden in den 11 Bundesländern den jeweils zuständigen Landesstiftungen für Frauen und Familien in Not oder zentralen Einrichtungen von Wohlfahrts-verbänden zur Vergabe zugewiesen. Hilfen werden z. B. bewilligt für:

  • - Erstausstattung des Kindes
  • - Weiterführung des Haushalts
  • - Wohnung und Einrichtung
  • - Betreuung des Kindes
1985

50 + 10 =
60 Mio. DM


Nachdem bis Ende Juli 1985 bereits 22.710 Frauen Stiftungshilfen erhalten hatten, werden die Bundesmittel zum 1.1.1986 auf 60 Mio. DM pro Jahr erhöht.

1986

60 + 20 =
80 Mio. DM


Die Beratungspraxis zeigt deutlich höheren Mittelbedarf auf. Die Bundeseinlage wird mit Wirkung noch für das laufende Jahr auf 80 Mio. DM jährlich aufgestockt.

1987

80 + 30 =
110 Mio. DM


Bis Ende 1986 haben mehr als 70.000 Frauen Stiftungshilfen erhalten. Wegen zunehmender Bekanntheit der Stiftung steigen die Antragszahlen. Um den Schutz ungeborenen Lebens über die bisherigen Maßnahmen der Familien-förderung hinaus zu verbessern und möglichst allen Antragstellerinnen helfen zu können, wird die jährliche Bundeseinlage auf 110 Mio. DM erhöht.

1990
Deutschlandkarte

Nach der Wieder-vereinigung wird für die neuen Bundesländer ein „Hilfsfonds für schwangere Frauen in Not“ aufgelegt, der über Medien und Fachärzteschaft bekannt gemacht wird. Die vor Ort neu eingerichteten Beratungsstellen für Schwangere haben viel zu tun.

1991
Rita Kubier

„Als wir damals angefangen haben den Hilfsfonds für schwangere Frauen in Not über Frauenärzte und andere Einrichtungen zu bewerben, hatten wir plötzlich alle Hände voll zu tun. Die Frauen haben fast Schlange gestanden. Trotz der vielen Arbeit war es auch ein tolles Gefühl helfen zu können.“
Rita Kubier, Schwangerenberatungsstelle des DRK, Kreisverband Freiberg e.V.

1993

Der Zuständigkeitsbereich der „Bundesstiftung Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ wird zum 1. Januar auf ganz Deutschland ausgeweitet und löst in den neuen Bundesländern den „Hilfsfonds für schwangere Frauen in Not“ ab. Die Bundeseinlage beträgt nun
jährlich
180 Mio. DM
.

2000

92 Mio. Euro

Euroeinführung – die Bundesstiftung erhält nun fortlaufend Bundesmittel in Höhe von 92 Mio. Euro pro Jahr. Im Jahr 2000 können damit rund 140.000 Hilfeempfängerinnen unterstützt werden.

2006

149.000 Schwangere

erhalten in diesem Jahr Stiftungshilfen über bundesweit 1.271 Schwanger-schafts- und Beratungsstellen – ein enormer Anstieg. Insgesamt werden 162.550 Anträge bearbeitet.

2007
Horst Köhler

Das Benefizkonzert des Bundespräsidenten Horst Köhler erzielt Spenden in Höhe von 60.552,80 Euro. Der Betrag geht je zur Hälfte an die Bundestiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ und an die Landesstiftung „Hilfe für Familien in Not“ des Landes Brandenburg.

2009
Bundesstiftung Mutter und Kind

25-jähriges Bestehen: Die Bundesstiftung ist online! Der Internetauftritt geht Mitte des Jahres an den Start: www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de. Und die Stiftung erhält einmalig 5 Mio. Euro mehr aus dem Bundeshaushalt.

2010
Europäische Union

Europäischer Peer Review: Die Bundes-stiftung wird EU-Mitgliedstaaten als best-practice-Beispiel für ein bewährtes Instrument in der Schwangerenhilfe vorgestellt. Auch in diesem Jahr gibt es einmalig 5 Mio. Euro zusätzliche Bundesmittel.

2011

Evaluation:

Erstmals wird die Arbeits- und Wirkungsweise der Bundesstiftung und ihrer ergänzenden finanziellen Hilfen wissenschaftlich untersucht. Die Stiftung muss wieder mit der jährlichen Mindesteinlage des Bundes in Höhe von 92 Mio. Euro auskommen. 132.359 Schwangeren kann finanzielle Unterstützung gewährt werden.

2013

Wirksamkeit bestätigt

Die Ende 2013 abgeschlossene Evaluation zeigt eindrücklich, dass sich die positiven Effekte der finanziellen Stiftungshilfen einerseits und des individuellen Beratungsangebots andererseits wechselseitig in idealer Weise verstärken. Auch die Türöffnerfunktion der Stiftungshilfen, die viele Frauen veranlassen, eine Beratungsstelle überhaupt aufzusuchen, wird bestätigt.

2014
30 Jahre

Die Bundesstiftung feiert ihr 30-jähriges Jubiläum. Jährlich profitiert etwa jede fünfte Schwangere in Deutschland von den Stiftungsleistungen, die bundesweit über ca. 1.260 Schwangerschafts-

beratungsstellen vergeben werden.

30 Jahre Bundesstiftung Mutter und Kind

Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek gratuliert zum 30-jährigen Bestehen

Mit einem Festakt wurde am 13. November das 30-jährige Bestehen der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ gewürdigt. Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek betonte in seiner Eröffnungsrede die wichtige Arbeit der Stiftung für Schwangere in finanziellen Notlagen. „Die Unterstützung durch die Bundesstiftung nimmt den schwangeren Frauen eine Last ab. Die finanziellen Hilfen geben Müttern und Vätern die Zuversicht, für ihr Kind beim Start ins Leben sorgen zu können. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein der Eltern und verschafft ihnen Momente des Glücks und der Vorfreude auf das Kind. Diese Momente tragen frühzeitig zu einer guten Eltern-Kind-Beziehung bei, die für ein gesundes Aufwachsen so wichtig ist“, sagte Dr. Ralf Kleindiek bei dem Festakt im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin.

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Mit einem Festakt wurde am 13. November das 30-jährige Bestehen der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ gewürdigt. Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek betonte in seiner Eröffnungsrede die wichtige Arbeit der Stiftung für Schwangere in finanziellen Notlagen. „Die Unterstützung durch die Bundesstiftung nimmt den schwangeren Frauen eine Last ab. Die finanziellen Hilfen geben Müttern und Vätern die Zuversicht, für ihr Kind beim Start ins Leben sorgen zu können. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein der Eltern und verschafft ihnen Momente des Glücks und der Vorfreude auf das Kind. Diese Momente tragen frühzeitig zu einer guten Eltern-Kind-Beziehung bei, die für ein gesundes Aufwachsen so wichtig ist“, sagte Dr. Ralf Kleindiek bei dem Festakt im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin.

Bundesstiftung Mutter und Kind

Die Bundesstiftung stellt jährlich 92 Millionen Euro als ergänzende Hilfe zur Verfügung, um werdende Mütter zu unterstützen und ihnen die Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern. In Kooperation mit zentralen Einrichtungen in den Ländern und dem bundesweiten Netz der Schwangerschaftsberatungsstellen werden die Stiftungsmittel flexibel bezogen auf die konkrete Notlage an Schwangere vergeben. Auf diese Weise werden jährlich über 130.000 schwangere Frauen unterstützt.

Finanzielle Hilfen weisen den Weg zu weiteren Beratungsangeboten

Die im letzten Jahr abgeschlossene Evaluation der Arbeit der Bundesstiftung hat die besondere Wirksamkeit der finanziellen Stiftungshilfen gerade am Anfang einer Schwangerschaft im Zusammenwirken mit der individuellen Beratung bei der Antragstellung bestätigt.

Das finanzielle Hilfsangebot der Bundesstiftung führt schwangere Frauen oft zum ersten Mal in eine Beratungsstelle. Dort erhalten sie zusätzlich umfassende Informationen über mögliche andere soziale Leistungen und die vor Ort bestehenden Unterstützungsangebote im vielfältigen Netz Früher Hilfen. Das Geld der Bundesstiftung, das eine kurzfristige Akut-Hilfe ist, öffnet so die Türen zu langfristiger Hilfe und Begleitung junger Familien.

Fotos vom Festakt und dem anschließenden Empfang finden Sie in der Bildergalerie.

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Impressionen

Festakt zum 30-jährigen
Jubiläum der Bundesstiftung

Neue Broschüre zum Jubliäum

Broschüre zum Festakt: 30 Jahre Unterstützung für Schwangere in Notlagen

Im November 2014 fand anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der „Bundesstiftung Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens" ein Festakt im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Die Veranstaltung wurde dokumentiert und in einer Broschüre festgehalten. Darin finden sich die Reden, Grußworte sowie Meilensteine aus der Geschichte der Bundesstiftung, wichtige Ergebnisse der Evaluation aus dem Jahr 2013 sowie die Vorstellung der Bundesstiftung als Good-Practice-Beispiel in der EU. 
Seit 1984 unterstützt die Bundesstiftung Mutter und Kind schwangere Frauen in Notlagen. Durchschnittlich profitiert jede fünfte Frau in Deutschland von den Stiftungsleistungen. Die Evaluation hat deutlich belegt, dass die Stiftungshilfen erfolgreich eingesetzt werden.

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Im November 2014 fand anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der „Bundesstiftung Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens" ein Festakt im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Die Veranstaltung wurde dokumentiert und in einer Broschüre festgehalten. Darin finden sich die Reden, Grußworte sowie Meilensteine aus der Geschichte der Bundesstiftung, wichtige Ergebnisse der Evaluation aus dem Jahr 2013 sowie die Vorstellung der Bundesstiftung als Good-Practice-Beispiel in der EU. 
Seit 1984 unterstützt die Bundesstiftung Mutter und Kind schwangere Frauen in Notlagen. Durchschnittlich profitiert jede fünfte Frau in Deutschland von den Stiftungsleistungen. Die Evaluation hat deutlich belegt, dass die Stiftungshilfen erfolgreich eingesetzt werden.

Klar ist: Das Stiftungsgeld allein kann die Notlagensituation werdender Mütter nicht verbessern. Der Hauptgrund für die hohe Wirksamkeit der Stiftungshilfen ist die enge Verknüpfung der Antragstellung mit dem Beratungsangebot in den Schwangerschaftsberatungsstellen vor Ort. Wichtig ist eine persönliche, vertrauensvolle Beratung über bestehende Unterstützungsangebote.

„Die Evaluation zeigt auch: Viele der Schwangeren wären ohne den Anreiz der finanziellen Hilfen überhaupt nicht in eine Beratungsstelle gekommen. Sie hätten nicht – oder zumindest nicht so frühzeitig – erfahren, welche Unterstützungsangebote und Möglichkeiten es gibt. Das Geld der Bundesstiftung, das eine kurzfristige Akuthilfe ist, öffnet die Türen zu langfristiger Hilfe und Begleitung junger Familien,“ so Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Webversion der Jubiläumsbroschüre steht
hier zum Download bereit.

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Zitate
Stimmen zum Jubiläum
  • Dr. Hermann Kues, Kuratoriumsvorsitzender

    Potrait

    Mit gezielter Unterstützung in kritischen Übergangsphasen im Lebenslauf wie sie die Bundesstiftung bietet, können wir typische Lebensrisiken von Frauen besonders gut und nachhaltig auffangen. Die Entscheidung für ein Kind hat immer langfristige Auswirkungen auf das Leben auch der werdenden Mutter und ist damit eine ganz besonders sensible Übergangsphase. Die Bundesstiftung setzt mit ihren Hilfen genau zu einem solchen kritischen, weichenstellenden Zeitpunkt an. Sie ist deshalb ein wirksames Instrument einer präventiven Politik der sozialen Inklusion sowie einer modernen Gleichstellungs- und Frauenpolitik.

  • Christel Riemann-Hanewinckel, ehemalige stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende

    Potrait

    Die Bundesstiftung für Mutter und Kind hilft in Schwangerschaftskonfliktsituationen und kann durch den Anreiz einer finanziellen Zuwendung in Kombination mit weitergehenden Hilfestellungen in Bezug auf andere Leistungs- und Beratungsangebote der Schwangeren eine sehr individuell angepasste Unterstützung geben.

  • Norbert Bischoff, Minister für Arbeit und Soziales, Sachsen-Anhalt

    Potrait

    Familie bildet so etwas wie die Grundlage der Gesellschaft. Familie trägt Verantwortung für das Heranwachsen einer nächsten Generation und leistet einen unverzichtbaren Beitrag für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Im Umkehrschluss trägt die Gesellschaft Verantwortung für die Familie. Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde, auf Unversehrtheit und auf Entfaltung seiner Fähigkeiten. Die Bundesstiftung leistet an dieser Stelle einen universellen Beitrag für die Ausgestaltung der Menschenrechte.

  • Johanna Huber, ehemalige stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende

    Potrait

    Die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ ist aus meiner Sicht eine unverzichtbare Einrichtung im Rahmen des Lebensschutzkonzepts unserer Rechtsordnung und wegen ihres unbürokratischen Verfahrens ein tragender Pfeiler der sozialen Hilfen für Schwangere in Not.

  • Marlies Kuhl, Stiftung „Hilfe für Familien in Not – Stiftung des Landes Brandenburg”

    Potrait

    Eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes sind tiefgreifende Ereignisse im Leben einer Frau und einer Familie, die zahlreiche Veränderungen mit sich bringen. Gleichzeitig können damit einhergehende finanzielle Lasten zu Zukunftsängsten, psychosozialen Belastungen und finanziellen Nöten führen. Dann braucht die Schwangere schnelle, kompetente und unbürokratische Hilfe. Hier liegt der wichtige Auftrag der Bundesstiftung – schwangere Frauen durch ergänzende finanzielle Hilfen zu unterstützen und ihnen damit die „Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern“.

  • Gisela Deußing, Thüringer Stiftung HandinHand – Hilfe für Kinder, Schwangere und Familien in Not

    Potrait

    Die Existenz der Bundesstiftung und ihrer Hilfemöglichkeiten bietet damit auch die Voraussetzung für eine vielfältige und umfassende Unterstützung und für die individuell notwendigen Förderungen: Unterstützung bei der Geltendmachung von Rechtsansprüchen auf soziale Leistungen, Vermittlung weiterführender Beratungsangebote, „Türöffnerfunktion“ in das System der frühen Hilfen.

  • Frank Winckler, Stiftung „Familie in Not – Sachsen-Anhalt”

    Potrait

    Durch die Notwendigkeit, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung aus Mitteln der Bundesstiftung ausschließlich über eine Beratungsstelle einreichen zu können, überwinden viele Schwangere – und zunehmend auch werdende Väter – ihre eventuell vorhandene Hemmschwelle, über weitere Probleme im Zusammenhang mit der Schwangerschaft oder auch im alltäglichen Leben zu sprechen.

  • Peter Hoffstadt, Mitglied des Stiftungsrats

    Potrait

    Durch die individuelle Beratung erhalten die Frauen Perspektiven zur Fortführung der Schwangerschaft und Ermutigung für die kommende Elternschaft und mit dem Zweiklang von finanzieller Hilfe und professioneller Beratung kann der Stiftungszweck “Schutz des ungeborenen Lebens“ wirksam erfüllt werden.

  • Dr. Susanne Diemer, Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

    Potrait

    Die gesellschaftliche Verantwortung der Stiftung zeigt sich in der Zielsetzung. Diese besteht darin, Frauen in einer schwierigen Situation konkret zu unterstützen. Das Signal an die betroffenen Frauen ist: Wir nehmen die Notlage nicht nur wahr, sondern stehen mit finanzieller Unterstützung und einem Beratungsangebot zur Seite.

  • Ursula Monheim, donum vitae Bundesverband e.V.

    Potrait

    Die Zielsetzung der Stiftung ist durch ergänzende finanzielle Hilfen die Notlage schwangerer Frauen zu lindern, "um ihnen die Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern". In dieser doppelten Anwaltschaft für Mutter und Kind sehe ich den wichtigen gesellschaftlichen und politischen Auftrag.

  • Josef Hecken, Stiftungsratsvorsitzender bis 2012

    Potrait

    Die Bundesstiftung ist ein besonders geeignetes Instrument, um werdenden Müttern trotz vorhandener Konfliktsituation durch schnelle und unbürokratische Hilfen die Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern. Die Stiftung schließt die Lücke, wenn im Rahmen der Geburt eines Kindes die staatlichen Unterstützungsleistungen für Familien noch nicht greifen.

  • Hugo Swinnen, Sozialwissenschaftler

    Potrait

    Die wichtigste Besonderheit bei der Arbeit dieser Stiftung stellt die Tatsache dar, dass es sich hier um eine zielgerichtete Maßnahme handelt (für eine spezielle Bevölkerungsgruppe in Not), welche die allgemeineren familienunterstützenden Leistungen ergänzt. Außerdem unterstützt die Bundesstiftung Mutter und Kind Frauen (und damit auch Familien) in Not bereits vor der Geburt des Kindes, während familienunterstützende Maßnahmen üblicherweise erst dann greifen, wenn das Kind geboren ist. Die Art und Weise, wie dies in Deutschland organisiert ist, bietet mehr Möglichkeiten, die finanzielle Unterstützung mit einem umfassenderen, individuellen Beratungs- und Förderansatz zu verbinden.

Interviews

Im Gespräch mit Leona Schoppengerd-Brast, Schwangerschafts-beratungsstelle

Leona Schoppengerd-Brast ist die Leiterin der Beratungsstelle „die fam.“ für Familienplanung und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakoniewerkes in Minden. Seit 19 Jahren arbeitet sie in der Schwangerschaftsberatung und vermittelt die finanziellen Hilfen der Bundesstiftung Mutter und Kind.

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Leona Schoppengerd-Brast ist die Leiterin der Beratungsstelle „die fam.“ für Familienplanung und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakoniewerkes in Minden. Seit 19 Jahren arbeitet sie in der Schwangerschaftsberatung und vermittelt die finanziellen Hilfen der Bundesstiftung Mutter und Kind.

Was ist für Sie das Besondere an der Arbeit der Bundesstiftung?

Für uns in der Schwangerschaftsberatung ist es wichtig, schnell und unkompliziert helfen zu können und ein Mittel wie die finanziellen Hilfen der Bundesstiftung zur Verfügung zu haben. Die Bundesstiftung macht es den Hilfesuchenden relativ leicht, weil es keine hohen bürokratischen Hürden gibt und die Beratungsstellen beim Ausfüllen des Antrages helfen. Da die Antragsstellung mit dem persönlichen Gespräch in der Beratungsstelle verbunden ist, können die Schwangeren neben der finanziellen Hilfe auch psychische Unterstützung erhalten.

In welchen Problemlagen wenden sich die Schwangeren an Sie?

Da gibt es zum Beispiel die Auszubildende, die zwar eine Ausbildungsvergütung erhält, nach der Schwangerschaft aber von zu Hause ausziehen möchte und dadurch plötzlich in eine finanzielle Notlage gerät. Andere Frauen kommen in die Beratung, weil ihre Zeitverträge durch die Schwangerschaft nicht verlängert werden und so eine finanzielle Notlage entsteht. Oder Frauen kommen zu uns, weil sie allein erziehend sein werden und sich deshalb Sorgen machen. Natürlich kann das Geld der Bundesstiftung nicht alles auffangen, es kann aber trotzdem Starthilfe sein und einen Puffer schaffen.

Die Bundesstiftung möchte „Türöffnerin“ sein.
Was bedeutet das?

Das Angebot einer individuellen Schwangerschaftsberatung ergänzt die finanzielle Unterstützung durch die Bundesstiftung und eröffnet die Möglichkeit weiterführende Beratungsangebote und psychosoziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Schwangere, die für die finanzielle Hilfe in die Beratung kommen, erhalten häufig Informationen über ihnen bislang unbekannte staatliche Leistungen und andere Unterstützungsangebote. Wiederum andere möchten sich nur informieren und erfahren erst über die Schwangerschaftsberatung von den ergänzenden finanziellen Stiftungshilfen.

Oftmals trauen sich die Schwangeren nach diesem ersten Kontakt auch andere Probleme anzusprechen, die sonst vielleicht nicht angesprochen worden wären, weil Zurückhaltung gegenüber behördlichen Strukturen besteht. Die Frauen wissen, dass wir als Beratungsstelle einer Schweigepflicht unterliegen und können ihre Sorgen und Bedenken klar äußern, ohne negative Folgen befürchten zu müssen. Insgesamt entsteht also eine größere Offenheit gegenüber Beratungsangeboten. So bleiben Beratungsstellen auch später Ansprechpartner und Vermittler, wenn Probleme auftreten.

Inwiefern haben sich in den letzten 30 Jahren die Problemlagen der Schwangeren verändert?

Die Gesamtbelastung für Familien ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Finanzielle Notlagen entstehen meist durch Verknüpfung ungünstiger Situationen. Bei den Geringverdienenden, die keine laufende Sozialhilfe erhalten, aber in besonderen Situationen einmalige Leistungen benötigen, entstehen beispielsweise häufig Engpässe durch lange Bearbeitungszeiten von Anträgen. So müssten ihnen theoretisch genug Gelder zur Verfügung stehen, die aber noch nicht ausgezahlt wurden. Dadurch entstehen finanzielle Lücken, erst recht wenn in so einer Situation auch noch Energiekosten abgerechnet werden oder Renovierungsarbeiten anstehen. Gerät eine Schwangere in eine solche Lage kann die Bundesstiftung zeitnah helfen.

Manchmal würde man natürlich gerne mehr Geld bewilligen können, um stärker zu unterstützen und kurzfristige Problemlagen besser bewältigen zu können. Zum Beispiel dort, wo kein familiäres Unterstützungsgerüst vorhanden ist und Kautionen oder Umzüge finanziert werden müssen. Die Stiftungsgelder reichen aber nicht für alles was wünschenswert wäre.

Können Sie Beispiele für die „erfolgreiche“ Gewährung von Bundesstiftungshilfen in Ihrer Arbeit nennen?

Immer wieder kommen alleinstehende Frauen um sich zu informieren und erfahren unerwartete finanzielle Hilfe. Manchmal ist die Freude geradezu überwältigend, weil so die dringendsten Dinge wie z. B. Schwangerschaftskleidung und Babysachen oder ein Kinderbett angeschafft werden können.

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Interviews

Im Gespräch mit Nathalie, Hilfeempfängerin

Nathalie, Auszubildende aus dem Landkreis Minden-Lübbecke, ist seit fünfeinhalb Monaten Mutter eines Jungen und hat das Unterstützungsangebot der Bundesstiftung Mutter und Kind wahrgenommen.

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Nathalie, Auszubildende aus dem Landkreis Minden-Lübbecke, ist seit fünfeinhalb Monaten Mutter eines Jungen und hat das Unterstützungsangebot der Bundesstiftung Mutter und Kind wahrgenommen.

Wie haben Sie von der Bundesstiftung Mutter und Kind und der finanziellen Hilfe für schwangere Frauen erfahren?

Durch das Internet, als ich nach Hilfen für Mutter und Kind gesucht habe. Ich war wirklich in einer Notlage und hatte sogar schon den Termin für die Abtreibung. Das hat mich extrem belastet, aber beim Arzt wurde mir gesagt, dass es bei der Beratungsstelle sowohl finanzielle als auch psychische Hilfe für Frauen in meiner Situation gibt.

Was hat Sie besonders belastet?

Ich wusste nicht, wie ich es als alleinerziehende Mutter schaffen soll. Vor allem finanziell. Ich war auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Plötzlich wurde ich dann mit der Entscheidung konfrontiert: Ausbildung oder Kind. Jetzt hat sogar beides geklappt. Ich habe noch während der Schwangerschaft mit der Ausbildung angefangen und meinen Sohn bekommen.

Wie war der erste Termin in der Beratungsstelle für Sie?

Es war eine extrem große Überwindung für mich, in die Beratung zu gehen. Ich wusste ja nicht, was das für Menschen sind und wie sie auf mich reagieren. Auch weil ich schwanger geworden bin und nicht wusste, wer der Vater ist. Da gibt es viele Vorurteile und negative Einstellungen. Als ich dann in der Beratung war, stellte sich heraus, dass es dort überhaupt keine Vorurteile gab und ich ganz normal aufgenommen wurde. Eben als werdende Mutter, die Hilfe sucht. Das war sehr erleichternd für mich.

Ich habe viele Gespräche geführt, die im Freundeskreis gar nicht möglich gewesen wären. Man weiß ja nie, was irgendwie an Dritte gerät. In der Beratungsstelle war ich mir sicher, dass niemand etwas weitererzählt.

Was haben Sie mit der finanziellen Hilfe der Bundesstiftung gemacht?

Als ich wusste, dass ich das Geld bekomme, habe ich mich ein wenig umgesehen und Second Hand verschiedene Sachen für die Erstausstattung gekauft. Ein Bettchen, den Kinderwagen und was man sonst so braucht. Zwar war ich schon in der Ausbildung, hatte aber trotzdem nicht viel Geld zur Verfügung. Da meine Eltern mich nicht finanziell unterstützen können, war ich sehr dankbar für die Hilfe der Bundesstiftung. Zum Glück war die Antragstellung nicht schwierig und die Hilfe kam rechtzeitig an. Es war eine große Erleichterung die Unterstützung zu bekommen.

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Interviews

Im Gespräch mit Venja Kieper-Mutke, Spenderin

Venja Kieper-Mutke ist langjährige Spenderin der Bundesstiftung Mutter und Kind und hat vor 19 Jahren selbst die Unterstützung der Bundesstiftung in Anspruch genommen. Inzwischen arbeitet die selbständige Diplom-Sozialpädagogin in der Familien- und Jugendhilfe und berät u.a. werdende Mütter und junge Eltern.

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Venja Kieper-Mutke ist langjährige Spenderin der Bundesstiftung Mutter und Kind und hat vor 19 Jahren selbst die Unterstützung der Bundesstiftung in Anspruch genommen. Inzwischen arbeitet die selbständige Diplom-Sozialpädagogin in der Familien- und Jugendhilfe und berät u.a. werdende Mütter und junge Eltern.

Wie sah Ihre persönliche Problemsituation während Ihrer Schwangerschaft aus?

Als ich schwanger wurde, hatte ich gerade ein freiwilliges soziales Jahr und ein Praktikum abgeschlossen, aber noch keine Ausbildung angefangen. Mein Freund war schon in der Ausbildung, hatte aber trotzdem nicht viel Geld und heiraten wollten wir nicht, nur weil ich schwanger war. Ich hab damals noch bei meiner Mutter gewohnt, die aber auch nur ein geringes Einkommen hatte.

Wie haben Sie von dem Unterstützungsangebot der Bundesstiftung Mutter und Kind erfahren?

Zuerst bin ich zum Sozialamt gegangen, um mich nach finanzieller Unterstützung zu erkundigen. Dort erklärte man mir, dass ich darauf keinen Anspruch hätte, weil ich noch bei meiner Mutter zu Hause wohne.
Ich bin dann zu pro familia gegangen, um mich darüber zu informieren, welche Unterstützung ich als Schwangere bekommen kann. Die Beraterin hat mir von der Bundesstiftung Mutter und Kind erzählt und erklärt, dass ich hier finanzielle Unterstützung bekomme, von der ich Sachen für die Erstausstattung und Schwangerschaftskleidung kaufen kann. Für mich war das eine enorme Erleichterung, weil ich zu dem Zeitpunkt gar kein Einkommen hatte.

Wie empfanden Sie das Antragsverfahren und den „bürokratischen“ Aufwand, um Stiftungsgelder zu erhalten?

Das war zum Glück nicht sehr schwierig. Den Antrag habe ich zusammen mit der Beraterin von pro familia ausgefüllt und so funktioniert es ja auch heute noch. Meistens gehe ich mit den jungen Frauen, die ich betreue, direkt in eine Beratungsstelle der Diakonie und vermittle sie in an eine Beraterin, die beim Ausfüllen hilft und bei Fragen Bescheid weiß.

Wie beurteilen Sie aus der Rückschau dieses sehr frühe Hilfeangebot der Bundesstiftung Mutter und Kind gerade zu Beginn einer Schwangerschaft?

Die Unterstützung der Bundesstiftung hat mir eine gewisse Sicherheit gegeben. Weil ich mir viele Sachen der Erstausstattung gebraucht gekauft habe, konnte ich eine ganze Menge besorgen. Danach konnte ich mich dann ganz darauf konzentrieren mich auf die Geburt und das neue Leben mit Kind vorzubereiten.

Diese Rückmeldung bekomme ich auch heute häufig. Je weniger Sorgen man sich in der Schwangerschaft und der Anfangszeit machen muss, desto einfacher kann der Start mit dem Baby gelingen. Wer die finanziellen Sorgen nicht mit sich tragen muss, kann sich auf die Bindung zum Kind konzentrieren. Die Bundesstiftung ermöglicht die Befriedung der Grundbedürfnisse und schenkt so der den Hilfeempfängerinnen Gelassenheit.

Für wie wichtig halten Sie die Bundesstiftung Mutter und Kind und die Unterstützung, die sie leistet?

Die Bundesstiftung hilft an so vielen Stellen, dass es wirklich dramatisch wäre, wenn es sie nicht mehr gäbe. Es gibt viele werdende Mütter und junge Eltern, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und manchmal noch nicht einmal den Schulabschluss haben. Hier stellt sich oft die Frage, wie sie ein Leben mit Kind finanzieren können. Manchmal gibt es auch Frauen, die niemanden haben, der ihnen Geld leihen würde oder von dem sie Babykleidung bekommen können. Hier sind die Kinder besonders schutzbedürftig und die Bundesstiftung unterstützt bei der Gewährleistung dieses Schutzes.

Ich erlebe es nicht so, dass das Geld verschwenderisch ausgegeben wird. Die Hilfeempfängerinnen überlegen sich sehr genau, was sie von der finanziellen Hilfe kaufen können. Trotzdem finde ich es sinnvoll, dass die Bundesstiftung die Hilfeempfängerinnen um Belege bittet. So wird sichergestellt, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird. Das ist mir als Spenderin natürlich besonders wichtig.

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